Die Sexualität des Mannes jenseits der 50
Diabetes oder Bluthochdruck. Ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung über 60 Jahre nimmt regelmäßig Medikamente. Die Entscheidung, eine Einschränkung des Sexuallebens im Alter als normal hinzunehmen oder lieber einen Urologen mit der Bitte um Hilfe aufzusuchen, muss letztendlich jeder Mann, möglichst zusammen mit der Partnerin, individuell treffen. Eine vernünftige Lebensführung - Normalgewicht, ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität - unterstützt neben der körperlichen, auch die geistige Leistungsfähigkeit im Alter.
Hormonersatztherapie - eine Versuchung auch für Männer
Beim alternden Mann fällt mit zunehmendem Alter der Testosteronspiegel im Blut. Nicht jeder Mann verspürt jedoch die mit einem erniedrigten Testosteronspiegel einhergehenden Symptome, wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Antriebslosigkeit, außerdem auch
Schlafstörungen, Depression, Verringerung der Muskelmasse und Libidoverlust. Diese Symptome werden unter dem Begriff PADAM (Partielles Androgen-Defizit des Alternden Mannes) zusammengefasst.
Testosteroneinnahme und die Nebenwirkungen
Früher erfolgte die Testosteron-Substitution unter anderem auf oralem Wege durch eine tägliche Tabletteneinnahme. Teilweise erhebliche hepatische (die Leber betreffend) Nebenwirkungen waren die Folge. Heute können Testosteron-Defizite durch Pflaster und Gele bequemer und stoffwechselgerechter ausgeglichen werden. Ungeklärt ist nach wie vor der Zusammenhang zwischen Testosteron - Substitution und der Möglichkeit, ein bisher insignifikantes (also ruhendes) Prostatakarzinom "aufzuwecken." Da diese Gefahr nicht eindeutig widerlegt werden konnte, sollte eine Testosteron-Substitution am besten nur dann erfolgen, wenn vorher durch den Urologen ein Prostatakarzinom weitestgehend ausgeschlossen werden konnte (Bestimmung des PSA-Wertes, digitale rektale Untersuchung und eventuell ein Ultraschall).
Potenzstörungen
Potenzstörungen sind häufig noch ein Tabuthema. Man redet nicht darüber oder wird nicht ernst genommen. Oftmals sind Potenzprobleme auch die Folge chronischer Erkrankungen. Allerdings nehmen die Probleme in der Regel umso stärker zu, je länger man schweigt. Deshalb sollten Sie das Problem aktiv angehen. Erektionsstörungen sind heutzutage keine unabänderliche Tatsache mehr. Es gibt zahlreiche effektive Behandlungsmöglichkeiten, mit denen sie in vielen Fällen vermieden oder erfolgreich behandelt werden können.
Unter erektiler Dysfunktion versteht man die vollständige oder teilweise Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion (Versteifung) des Penis zu erreichen und aufrecht zu erhalten.
Ursachen der erektilen Dysfunktion
Die Ursachen für eine erektile Dysfunktion sind vielfältig und treten meist kombiniert auf. Der Anteil rein psychogener Ursachen soll neueren Untersuchungen nach mit 15 % wesentlich geringer sein, als früher angenommen. Bei jüngeren Männern überwiegen jedoch eher psychische Ursachen. Dagegen steigt bei fortschreitendem Alter der Anteil körperlicher Ursachen signifikant an.
- Entzündungen von Hoden, Nebenhoden und Prostata
- nach Bestrahlung im kleinen Becken
- Querschnittslähmung
- Multiples Sklerose
- Unbewältigte Konflikte
- Hormonstörungen
- Alkohol
- Depressionen
- Leistungsdruck mit Versagungsängsten
- Chronisches Nierenversagen
- Leberinsuffizienz
- Alzheimer Krankheit
- Medikamente (Magen - Darm - Mittel, Herzmedikamente, entzündungshemmende Medikamente (Kortison) etc
Welche Arznei hilft bei erektiler Dysfunktion?
Sildenafil (Viagra)
Sildenafil (z. B. Viagra) ist ein spezifischer Hemmstoff der Phosphodiesterase Typ 5. Dadurch wird der Abbau von cGMP als Botenstoff der Erektion durch die Phospholiodesterase verlangsamt und damit eine Erektion erreicht und aufrechterhalten. Die empfohlene Dosis beträgt 50 mg. Nach Bedarf kann diese auf 25 mg gesenkt oder auf maximal 100 mg erhöht werden. Die Einnahme sollte eine Stunde vor dem geplanten Sexualverkehr erfolgen und nicht öfter als einmal innerhalb von 24 Stunden angewendet werden. Die Einnahme nach einer Mahlzeit kann den Wirkungseintritt verzögern.
Yohimbin
Yohimbin wird aus der Rinde eines tropischen Baums (Corynanthe yohimbe) isoliert. Seine Struktur ähnelt dem Blutdrucksenker Reserpin. Es bewirkt eine Blockade der alpha 2-Rezeptoren auf der Zelle. Man vermutet, dass über diesen Mechanismus das Zusammenziehen der ableitenden Venen bewirkt bzw. verstärkt und damit die Versteifung des Penis gefördert wird. Zusätzlich wird aber auch von einer zentralen Wirkung im Gehirn ausgegangen. Bei der empfohlenen Dosierung sind die Nebenwirkungen gering. Gelegentlich treten Schwindel, Erbrechen, Nervosität oder Ausschläge auf und das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden. Patienten mit Depressionen oder niedrigem Blutdruck dürfen auf das Medikament allerdings nicht zurückgreifen. Bei einer Überdosierung treten Erregungszustände, epileptische Anfälle, Bewusstlosigkeit, Blutdrucksteigerung, Herzrasen, Harnverhalt, Angst und Halluzinationen auf. Handelsübliche Tabletten (Yocon-Glenwood, Yohimbin "Spiegel") enthalten 5 mg des Wirkstoffs. Als Dosierung werden dreimal täglich 10 mg empfohlen. Der Wirkungseintritt ist nach etwa 14 Tagen zu erwarten.
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