Die Sexualität der Frau ab 50
Wechseljahren die Sexualität eine wichtige Quelle für die Lebensenergie, das Selbstwertgefühl und das Gefühl der partnerschaftlichen Gemeinschaft. Die Intensität des reinen körperlichen Verlangens nimmt zwar im Alter ab, nicht jedoch der Wunsch nach Zärtlichkeit, Sexualität und Befriedigung. Die Erregung läuft langsamer ab, es dauert länger, bis die Scheide feucht wird. Auch bei vielen älteren Männern kann etwas mehr Zeit vergehen, bis sie eine ausreichende Erektion bekommen. Daher sollte dem Vorspiel im Alter größere Bedeutung zukommen. Die Orgasmusfähigkeit ändert sich jedenfalls im Alter nicht.
Störfaktoren, die den Sex beeinträchtigen können, sind in erster Linie körperliche Erkrankungen, chronische Schmerzen - die mit zunehmendem Alter naturgemäß häufiger auftreten -, seelische und auch partnerschaftliche Probleme oder Ängste. Letztere Faktoren unterscheiden sich nicht von denen, die bei jüngeren Menschen Probleme bereiten. Oft verhindert jedoch allein schon die Vorstellung, zu alt für den Sex zu sein, dass man miteinander schläft. Dabei hält gerade ein erfülltes Sexualleben die Lebensgeister wach und ist auch der Gesundheit förderlich. Zudem ist Sexualität nicht nur auf den Geschlechstakt allein reduziert.
Die Wechseljahre (Klimakterium)
Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Phase im Leben einer Frau. Meistens greifen in dieser Zeit körperliche, psychische und soziale Veränderungen ineinander. Die Kinder verlassen das Haus, die eigenen Eltern werden hilfsbedürftig, der Partner befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn und hat wenig Zeit für die Nöte seiner Frau. Oder er wird arbeitslos, geht in Rente und muss von seiner Frau mitversorgt werden. Wechseljahresbeschwerden können durch solche Belastungen enstehen oder verstärkt wahrgenommen werden. Auffällig ist, dass Frauen mit vielfältigen Interessen und Aufgaben, die sie fordern und ihnen Befriedigung verschaffen, weniger von Beschwerden geplagt sind.Medizinisch gesehen liegen die Wechseljahre kurz vor und kurz nach der letzten monatlichen Regelblutung (Menopause) einer Frau. In der Regel tritt die letzte Blutung zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr ein. Die Wechseljahre trennen zwei Lebensabschnitte im Leben einer Frau: die fruchtbare Phase und die Zeit, in der keine Fortpflanzung mehr möglich ist. Als Prämenopause werden die drei Jahre vor der Menopause, als Postmenopause die sieben Jahre danach bezeichnet.
In der fruchtbaren Phase reifen in den Eierstöcken laufend befruchtungsfähige Eier heran. Diese Vorbereitungen auf eine mögliche Schwangerschaft werden durch Geschlechtshormone gesteuert, die in den Eierstöcken gebildet werden. Die wichtigsten Hormone sind Östrogene und das Gestagen Progesteron (Gelbkörperhormon).
Um den Zeitpunkt der letzten Regelblutung hat der Körper ungefähr 400 Eisprünge hinter sich. Dann verändern sich die Eierstöcke, das Gewebe schrumpft und der Eisprung bleibt aus. Das hat auch Einfluss auf die Hormonproduktion. Zuerst sinkt der Gestagenspiegel im Blut, nach einigen Jahren wird auch weniger Östrogen gebildet. Schließlich stellt der Körper die Hormonproduktion ganz ein. Während dieser Umstellungsphase treten bei rund 80 % der Frauen Beschwerden auf. Bei 30 % sind sie so schwer, dass sie behandelt werden müssen.
Welche Wechseljahres - Beschwerden können auftreten?
Wie eine Frau die Wechseljahre erlebt, hängt mitunter von ihrer Einstellung und ihrer Zufriedenheit mit dem Leben ab. Manche Frauen leiden weniger unter den Beschwerden, als das sie sich nicht mehr als vollständige Frau fühlen. Andere sind froh, dass die Zeit der Schwangerschaftsverhütung und der Blutungen vorbei ist.
Um das 40.Lebensjahr sinkt bereits der Gestagenspiegel was Hitzewallungen, Schweißausbrüche,
Schlafstörungen , Schwindel und Herzrasen auslösen kann. Hinzu kommt verstärkte Wassereinlagerung im Gewebe, die auch zu Brustspannen führen. Zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr stellen die Eierstöcke zunehmend weniger Östrogen her. Jetzt treten eher
seelische Verstimmungen auf. Diese Beschwerden lassen in der Regel wie der nach, wenn sich der Körper an den Hormonmangel gewöhnt hat.
Zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr versiegt die Östrogenproduktion völlig. Dann kommt es zu spürbaren organischen Veränderungen. Denn der dauerhafte Östrogenmangel hat auch auf Langzeit gesehen Folgen.
Die Haut wird dünner und trockener, es bilden sich Falten und das Haar fällt stärker aus. Auch die Schleimhäute z.B. der Scheide, im Bereich der Blase und der Harnröhre oder am Auge sind betroffen. Dadurch häufen sich Infektionen in diesen Bereichen, wie Scheidenausfluss, aber auch Beschwerden beim Geschlechtsverkehr und beim Wasserlassen. Das Gewebe der Harnröhre und des Beckenbodens bildet sich zurück und kann an Spannkraft verlieren.
Unwillkürlicher Harnabgang ist die Folge.
Östrogene sind am Knochenaufbau beteiligt. Die schmerzhafte
Osteoporose mit Knochenbrüchen wird am häufigsten durch Östrogenmangel nach den Wechseljahren verursacht. Etwa 30 % aller Frauen über 60 Jahren sind betroffen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose und Angina pectoris sind bei Frauen über 65 Jahren - genau wie bei Männern - die Todesursache Nummer Eins. Frauen unter 65 Jahren erkranken hingegen deutlich seltener als Männer. Diese Schutzwirkung wird den weiblichen Hormonen zugeschrieben. Bei ungefähr 50 Prozent der Frauen stellt sich nach der Menopause ein erhöhter Blutdruck ein. Er ist der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem erhöhen sich die Blutfettwerte, ein weiterer großer Risikofaktor.
Im Körper jeder Frau werden geringe Mengen männlicher Geschlechtshormone (Androgene) gebildet. Dazu gehören die Hormone Testosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA) . Auch ihre Produktion versiegt jenseits des 55. Lebensjahres. Das kann sich in einem geringeren sexuellen Verlangen und nachlassender Leistungsfähigkeit bemerkbar machen.
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